Unsere Schulbäckerei

In unserer Schule gibt es etwas, was es an vielen anderen Schulen nicht unbedingt gibt und einen großen Beitrag zur Selbststängkeit unserer Schülerinnen und Schülern leistet: Eine selbstverwaltete, eigenständige "Schulbäckerei".

Die Backstube, die 1982 vom damaligen Schulleiter Adolf Lengersdorf und dem Fachlehrer und Bäckermeister Norbert Backes eingerichtet wurde, wird auch noch heute rege und fleißig genutzt. Damals vor 32 Jahren wurde die Idee geboren, eine Bäckerei im Kleinen, eine sogenannte Schulbäckerei einzurichten. Sie sollte vor allem die Schülerinnen und Schüler der damaligen Werkstufen auf die Arbeit in der Werkstatt für Behinderte vorbereiten.

Dafür wurden zwei alte Schulräume, die nicht mehr genutzt wurden umgekrempelt und ausgeräumt und in wochenlanger Arbeit von den Schülerinnen und –schülern der damaligen Werkstufen zu zwei kleinen holzvertäfelten, urigen Backstuben hergerichtet. Jahre später wurden die Backräume aus feuer- und sicherheitstechnischen Gründen zu einer großen Backstube umfunktioniert, die dann auch den aktuellen Sicherheitsbestimmungen entsprach.

Heute arbeiten Schülerinnen und Schüler aus allen Lernstufen mit großer Freude und gerne mit Frau Brunhilde Pütz zusammen, die die Backstube seit vielen organisiert und leitet. Jeden Morgen stehen Schülerinnen und Schüler Schlange, um die leckeren Brötchen für das tägliche Klassen-Frühstück abzuholen. Aber auch Pizza und andere Backwaren werden gerne für die Klassen in den großen Ofen geschoben. Die Schulbäckerei ist ein wichtiger Bestandteil des Schulalltags und für viele Schülerinnen und Schüler ein sehr gefragtes Arbeitsangebot.

Jeweils sechs Schüler aus Ober- und Berufspraxisstufen backen an 4 Tagen in der Woche Körner-, Streusel- und Rosinenbrötchen sowie Graubrote. Es wird soviel gebacken, dass für alle Schülerinnen und Schüler der Roda-Schule jeden Tag Brot oder Brötchen zum Frühstück geholt werden kann. Gegen 9:00 Uhr beginnt die Arbeit in der Backstube unter Anleitung ihrer Lehrerin, die vorher kurz besprochen wurde.

Bäckerei
Mehl in eine Schüssel füllen...

Die Backbleche werden gereinigt, neu eingefettet und in den (Backofen) Wärmeofen geschoben. Ein Schüler löst die Hefe im Wasser auf und schüttet diese ebenso in die Teigmaschine wie das tags zuvor abgewogene Mehl. Ist der Teig fertig in der Teigmaschine geknetet, holt ihn ein Schüler heraus, ein anderer wiegt die Teigstücke ab. Andere Schüler stellen in der Zwischenzeit weitere Zutaten zurecht oder fangen schon an zu spülen. Die abgewogenen Teigstücke sollen die Schüler dann zu Brötchen formen, was einiger Übung bedarf und so ist die Freude besonders groß, wenn sie es geschafft haben.

Auf einem Nachbartisch bekommen die Brötchen noch einen "Körnermantel" bestehend aus Sonnenblumenkernen, Mohn oder Sesam und werden dann auf das vorbereitete Blech gesetzt. Einen Brotlaib zu formen verlangt schon Geschick und Fingerfertigkeit von den Schülern und sie geben sich viel Mühe hierbei. Der fertig geformte Laib wird anschließend auf das Backblech gesetzt.

Bäckerei
Die fertigen Brötchen aus dem Ofen holen...

Zwischendurch werden natürlich auch immer "Kostproben" des Teiges genommen, vor allem wenn der süße Teig verarbeitet wird. Nun werden die Brote bzw. Brötchen in den großen Backofen geschoben und später wieder herausgeholt, wenn alles fertig gebacken ist. Das verlangt von den Schülern hohe Konzentration und sie sind besonders stolz, wenn es gut geklappt hat.

Jetzt heißt es noch "klar Schiff" machen, Tische, Geräte, Boden alles muss gesäubert werden und dann sind wir fertig mit der Arbeit bis zum nächsten Tag. Das beste Lob für die Schüler besteht darin ihnen zu sagen, dass ihre Brötchen, die sie gebacken haben, besonders gut schmecken.